Proof

Zweck eines Proofs
Mit einem Proof möchte man zu einem möglichst frühen Zeitpunkt innerhalb der Produktionskette simulieren, wie das spätere Druckergebnis aussieht. Hintergrund ist, dass bei den klassischen Druckverfahren Fehler umso kostenintensiver werden, je später man sie entdeckt. Einfache Satzfehler sind bereits am Bildschirm oder nach Ausgabe auf einfachen Bürodruckern klar zu beurteilen. Der heikle Punkt der Farbigkeit kann damit jedoch nicht kontrolliert werden. Erst auf Basis eines farbverbindlichen Proofs können Farbänderungen der Vorlage effektiv besprochen werden.

Beurteilung eines Proofs
Beim Abmustern von Vorlagen, Digitalproofs und Druckergebnissen ist Tageslicht (idealerweise verbindliches Normlicht D50) zu verwenden. Andere Lichtarten, z.B. herkömmliches Glühlampenlicht, verfälschen den Farbeindruck.

Vorlage für den Druck
Wenn das Proof dem Drucker vor Produktionsbeginn ausgehändigt wird, bildet dies die rechtsverbindliche Vorlage für einen Druckauftrag. Auf dieser Grundlage können später z.B. auch Reklamationen vorgenommen werden, wenn das Ergebnis des Auflagendrucks zu stark vom Proof abweicht.

Wann ein Prüfdruck rechtsverbindlich = farbverbindlich ist, regeln der Medienstandard Druck und die ISO 12647-7 des ICC. Jedes unserer Proofs wird mit einem Medienkeil  gedruckt und dieser mit einem Spektralfotometer ausgemessen. Per Etikett wird das resultierende, farbmetrische Auswertungsprofil gemäß ISO-Norm auf dem Proof befestigt. Sie erhalten von uns nur geprüfte Qualität.

Analog oder Digital?
Heute sind die Auflösung der digitalen Proofgeräte und das Wissen um Colormanagement soweit entwickelt, dass Digitalproofs keine Nachteile gegenüber Anaolgproofs aufweisen. Der vermeintliche Vorteil des Rasterbildes eines analogen Proofs ist nur dann aussagekräftig, wenn das Proof mit der Rasterweite und der Rasterwinkelung der geplanten Produktion produziert wird und das Proofergebnis seitens des Kunden mit dem erforderlichen Fachwissen beurteilt werden kann.

Papierauswahl
Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, das Proof auf einem der Druckproduktion möglichst ähnlichen Papier zu produzieren, da sich dabei z.B. die mattierende, farbreduzierende Wirkung von Zeitungspapier und ungestrichenen Papieren problemlos vorab beurteilen lässt. Für ein Zeitungsproof empfehlen wir die Simulation auf ungestrichenem Papier (auch für die Tageszeitung "DerStandard" möglich), da Druckschärfe und Farbeindruck besser zu beurteilen sind.

Wortgebrauch
In der Branche ist man uneinig, ob es das Proof (von: das Chromalin) oder der Proof (von: der Prüfdruck) heißt. Laut Duden sind beide Artikel möglich. Im Sprachgebrauch der Druckvorstufe hat sich "das Proof" gehalten.